In Die Sümpfe von Feya, einem Worker-Placement-Spiel, fischt, handelt und segelt man durch den Sumpf und baut Siedlungen. Gekämpft wird nicht, trotzdem hängt man ständig von den anderen ab.
Das Herzstück ist der Fisch, und er ist auch die wichtigste Geldquelle fürs Bauen. Wer ihn an die Siedlung eines Gegners liefert, hört die Kasse klingeln, und genau dieses Geld braucht man für neue Siedlungen. Die Lieferung an die eigene Siedlung bringt dagegen erst einmal nichts, nur falls dort gefeiert wird, gibt es Punkte. Neue Siedlungen schalten Arbeiter, Boote, Einkommen und Bonusaktionen frei, sodass jeder Bau wie ein Upgrade für den eigenen Clan wirkt.
Der Haken, und genau das finde ich genial: Mein Fisch liegt danach auf der Siedlung des Gegners. Sobald dort gefeiert wird, wird er verspeist, und der Gegner kassiert die Punkte. Ich kassiere also Geld und stelle dem Nachbarn ein Buffet hin. Ein Fest ausrufen darf jeder, auch der, dem die Siedlung gar nicht gehört. Soll ich jetzt Fisch liefern, um endlich zu bauen, und die Party meines Gegners riskieren? Dieses Abwägen ist der spannendste Teil des Spiels. Je enger die Karte wird, desto mehr wird aus dem freundlichen Tauschhandel ein höflicher Machtkampf.
Totems verteuern das Bauen, bringen am Ende aber Punkte, und Tempel Siegpunkte.
Ein großes Spiel in einer preiswerten Schachtel. Das Material ist dafür verschmerzbar: Das Board ist dünn und nicht ganz plan, und die Karten wellen sich etwas, was sich mit Sleeves gut beheben lässt.
In meiner Partie habe ich kaum gehandelt und bin einfach feiern gegangen, während meine Mitspieler Fisch an meine Siedlungen geliefert haben. Anfangs hatte ich einen riesigen Vorsprung und fühlte mich schon wie der Sieger, am Ende war ich Letzter. Wer nur feiert und nie baut, merkt irgendwann, dass die Party vorbei ist und die anderen die Rechnung bezahlt haben.
Ein richtig gutes Kennerspiel, das definitiv in meiner Sammlung bleibt. Meinen Fisch gönne ich dem Gegner gern, er sollte sich nur erkenntlich zeigen. Sonst mache ich ihm beim nächsten Fest ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Die erste Erweiterung 2027 kann kommen
Transparenz: Das Spiel wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.












Hat mir gefallen
- Geniales Dilemma: Fisch liefern bringt Geld, aber dem Gegner das Buffet
- Jede Siedlung wirkt wie ein Upgrade für den eigenen Clan
- Hohe Abhängigkeit voneinander ohne Kampf
- Großes Spiel in einer preiswerten Schachtel
Weniger gut
- Dünnes, nicht ganz planes Board
- Karten wellen sich etwas (Sleeves helfen)
Fazit
Ein richtig gutes Kennerspiel, das definitiv in meiner Sammlung bleibt. Wer nur feiert und nie baut, zahlt am Ende die Rechnung. Die erste Erweiterung kann kommen.
Ursprünglich am 12. Oktober 2026 auf Instagram veröffentlicht.