Zhanguo war bei der @spieleoffensive günstig im Angebot für 18,99 €, und bei einer BGG-Wertung von 8,0 und Euro-Mechanismen dachte ich mir: Da machst du nichts verkehrt. Das Thema mochte ich außerdem. Beim ersten Versuch, die Regeln zu lernen, habe ich erst mal aufgegeben – die sind so verkompliziert geschrieben, dass es keinen Spaß gemacht hat (okay, Regeln lesen macht fast nie Spaß). Aber ich wollte das Spiel spielen, also am nächsten Tag neuer Anlauf, und mit Hilfe eines Let’s Play auf YouTube hat es dann endlich Klick gemacht.
Die Regeln sind, wenn man sie erst mal verstanden hat, eigentlich gar nicht so schwer. Denn im Grunde habe ich nur zwei Möglichkeiten: Ich lege eine meiner sechs Handkarten in eine Region und baue damit an meiner Engine für später oder ich haue sie auf den gemeinsamen Ablagestapel und führe dort eine Aktion aus. Das war’s. Klingt fast schon langweilig, oder?
Ist es aber nicht. Jede Karte hat nämlich eine eigene Zahl, und jede Aktion hängt an einem “kleiner als” oder “größer als”. Lege ich also eine Karte ab, die kleiner ist als die oberste auf dem Stapel, und schnappe mir eine Aktion aus der “kleiner als”-Ecke, dann rattert es plötzlich: Boni, Kettenzüge – und genau hier zahlen sich all die Karten aus, die ich vorher brav in die Regionen geschoben habe.
Und das ist der Charme von Zhanguo: schnelle, knackige Züge auf der einen Seite – und diese herrlichen Momente auf der anderen, in denen die eigene Engine einmal komplett durchzündet und man sich kurz für ein Genie hält.
Ich habe gleich am nächsten Tag noch eine Partie gespielt, das Spiel zieht einen in den Bann, es macht einfach Laune. Welche Karte spiele ich im Tableau und welche am Hof, wie hole ich in einem Zug das Maximum raus? Dazu kommt noch der Area-Control-Mechanismus mit den Gouverneuren in den einzelnen Regionen: Wer dort die Mehrheit hat, kann ordentlich punkten, denn der Zweitplatzierte geht leer aus.
Das sorgt für eine schöne Spannung, weil man ständig zwischen der eigenen Engine und dem Blick auf die Mitspieler hin- und herwechselt.
Ich freue mich auf die nächste Partie und achte dann mehr auf das Elixier, denn die Alchemistenkarten sind wirklich stark.








Hat mir gefallen
- Nur zwei Optionen pro Zug, trotzdem enorme Tiefe
- Herrliche Momente, wenn die Engine komplett durchzündet
- Area Control mit Gouverneuren – der Zweite geht leer aus
- Schnelle, knackige Züge
Weniger gut
- Regeln unnötig verkompliziert geschrieben
- Erster Lernversuch abgebrochen – Let's Play half
Fazit
Das Spiel zieht einen in den Bann und macht einfach Laune. Für 18,99 € ein echter Glücksgriff – ich freue mich auf die nächste Partie.
Ursprünglich am 8. September 2026 auf Instagram veröffentlicht.