Ach, Living Forest – einfach unterschätzt.
Was soll ich sagen, dieses Spiel lag locker über anderthalb Jahre ungespielt im Schrank. Irgendwie hatte es mich nie richtig gereizt. Erst wurde es von Pegasus als Familienspiel eingeordnet, später dann als Kennerspiel – ich glaube, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Ich weiß nicht genau, was mich abgehalten hat, die Regeln zu lesen. Es war ein Geschenk, so viel vorab.
Nun habe ich die Regeln endlich gelesen und musste unweigerlich an Port Royal denken: Karten aufdecken, und wenn du drei schwarze Einzelgängersymbole ziehst, hast du dich verzockt. Bei Port Royal verlierst du dann den gesamten Zug, hier bekommst du immerhin noch eine von fünf möglichen Aktionen, die du spielen kannst. Wenn du auf Nummer sicher gehst, sind es sogar zwei Aktionen – also eher Familienspiel-Niveau.
Als ich das so gelesen habe, dachte ich mir: Das Spiel wird sicher schnell wieder ausziehen, klingt irgendwie langweilig. Aber weit gefehlt. Wenn du Mitspieler am Tisch hast, die einfach so vor sich hinspielen, hast du mit Living Forest vielleicht deine Freude, doch richtig interessant wird es erst, wenn du die Spielbretter deiner Mitspieler genau im Auge behältst – und da kommen wir dann auch schon in den Kennerbereich. Denn um zu gewinnen, musst du wirklich darauf achten, was die anderen machen. Tust du das nicht, verlierst du schneller, als dir lieb ist.
Viele unterschätzen, wie viel taktische Tiefe das Spiel entwickelt, sobald man die Symbolik und die unterschiedlichen Siegbedingungen verstanden hat. Gerade der Wettlauf um die heiligen Blumen und die Feuerlöscharbeit bringt eine spannende Dynamik ins Spiel. Living Forest ist eines dieser Spiele, das simpel beginnt, aber mit jeder Partie wächst – sowohl im Anspruch als auch im Spielgefühl.
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Hat mir gefallen
- Simpel am Anfang, wächst mit jeder Partie
- Wettlauf um heilige Blumen und Feuerlöscharbeit bringt Dynamik
- Erst richtig spannend, wenn man die Mitspieler im Auge behält
Weniger gut
- Lag anderthalb Jahre ungespielt im Schrank
- Port-Royal-Prinzip klingt auf dem Papier langweilig
Fazit
Einfach unterschätzt. Irgendwo zwischen Familien- und Kennerspiel – wer die anderen nicht beobachtet, verliert schneller, als ihm lieb ist.
Ursprünglich am 5. Februar 2026 auf Instagram veröffentlicht.